CEIR – UCT auf der #DACHNUG 2026
Die DACHNUG 2026 fand dieses Jahr vom 09. bis 11. Juni im NOVUM in Würzburg statt. Als Konferenz – veranstaltet von der Deutschen Notes User Group (DNUG) – für Anwender und Anbieter rund um die Softwarelösungen von HCL (im Bereich Enterprise Collaboration und No-Code/Low-Code/Pro-Code Anwendungsentwicklung) war sie für uns auch in diesem Jahr der ideale Ort, um mit dem CEIR-Team und unserem Kompetenzzentrum für Kollaborationstechnologien (UCT) vor Ort zu sein.
Auch ohne eigenen Messestand nutzten wir die Konferenz in diesem Jahr, um in zwei Fachvorträgen unsere aktuelle Forschung und Entwicklungsprojekte vorzustellen und uns im direkten Gespräch mit der Community aus Anwendern, Entwicklern und HCL-Verantwortlichen auszutauschen.
Der erste Konferenztag startete traditionell mit halbtägigen Workshops gefolgt vom Get-together am Abend. Am zweiten Konferenztag begann das Programm nach den Eröffnungsworten und der HCL–Keynote. Das Thema der Keynote „Datensouveränität – Chancen in einer neuen Ära der IT“ zog sich als thematischer roter Faden durch viele Sessions des Tages.
So schloss auch unser erster Vortrag an das Thema der Keynote an.
Vortrag 1: NextGen Enterprise Collaboration – Checkup digitaler Souveränität
Sebastian Bahles und Petra Schubert eröffneten den Block des CEIR-Teams am Mittwochnachmittag mit einer Session unter dem Titel „NextGen Enterprise Collaboration Technology – Checkup: Ist mein Collaboration-Portfolio zukunftsfähig und digital souverän?„.
Der Vortrag beleuchtete, wie Unternehmen ihr Collaboration-Portfolio strategisch einordnen und konsequent auf digitale Souveränität hin prüfen können. Ausgangspunkt war eine Übersicht über die Enterprise Collaboration Platform (ECP) und ihre verschiedenen Schichten – von Kommunikations- und Office-Tools über die Groupware bis hin zu den Enterprise-Anwendungen. Jede dieser Schichten besitzt ihren eigenen „Sovereignty-Stack“ aus Hardware-Standort, Betriebsmodell, Code-/Datenoffenheit und Lizenzform.
Nach einer Einordnung verschiedenster Begriffe und Frameworks rund um digitale Souveränität, bildete den Abschluss ein interaktives Live-Polling mit den Konferenzteilnehmern, bei dem das Auditorium ausgewählte Collaboration-Tools direkt, anhand eines im Rahmen der Präsentation vorgestellten Frameworks, bewertete. Die Ergebnisse führten zu einer lebhaften Diskussion: Wie viel Souveränität braucht ein Unternehmen je nach Anwendungsfall – und welche der sechs Dimensionen ist im Ernstfall am kritischsten? Es wurde deutlich, dass das richtige Maß an Souveränität immer eine Abwägung der individuellen Unternehmenssituation ist – zwischen Business Continuity, vorhandenen IT-Kapazitäten und verfügbarem Budget.
Vortrag 2: Digitale Arbeitsräume verstehen – Struktur, Aktivität und Wissen
Direkt im Anschluss präsentierten Simon Meier, Martin Just und Julian Mosen ihre Forschungsarbeiten unter dem Titel „Digitale Arbeitsräume verstehen: Struktur, Aktivität und Wissen in deinem Workspace“.
Das Team stellte dazu drei komplementäre Werkzeuge vor, die jeweils eine eigene Perspektive auf denselben Workspace eröffnen:
Enterprise Data Explorer (EDE) – Struktur
Der EDE macht die Struktur eines Workspaces sichtbar. Auf Basis eines Enterprise Knowledge Graph können Mitarbeitende explorativ erkunden, welche Projekte, Personen und Workspaces existieren und wie sie miteinander zusammenhängen, ohne jedes System einzeln manuell durchsuchen zu müssen. Klick für Klick navigiert man von einer Person zu ihren Workshops, von dort zu den teilnehmenden Unternehmen oder zu zugeordneten Social Business Objects.
ColAna Dashboard – Aktivität
Das ColAna Dashboard analysiert die Aktivität innerhalb eines Workspaces auf Basis von Log-Daten. Es zeigt, wer mit wem zusammenarbeitet, wann und wie intensiv eine Community/ein Workspace aktiv war, und klassifiziert Beiträge anhand der Collaborative Work Codes (CWC). Interaktive Netzwerkgraphen, Zeitreihenanalysen und Wortwolken machen Muster der Zusammenarbeit sichtbar, die sonst im Rauschen der täglichen Aktivitäten untergehen.
Workspace Assistant – Wissen
Der Workspace Assistant erschließt das Wissen in den Inhalten eines Workspaces mittels Retrieval Augmented Generation (RAG). Nutzerinnen und Nutzer können Fragen in natürlicher Sprache stellen und erhalten direkte, quellenbasierte Antworten, ohne die richtigen Suchbegriffe oder die passende Sprache treffen zu müssen. Die Antworten sind in den tatsächlichen Workspace-Inhalten verankert und mit Hyperlinks auf die Quelle versehen, was Halluzinationen ausschließt. Das System basiert vollständig auf Open-Source-Komponenten (n8n, Qdrant, Ollama, Open WebUI) und ist lokal betreibbar; ein wichtiger Beitrag zur digitalen Souveränität, der das Thema des Vortags konsequent fortführte.
Die drei Werkzeuge ergänzen sich zu einem Gesamtbild: EDE für die explorative Struktursicht, ColAna für die analytische Auswertung der Zusammenarbeit und der Workspace Assistant für den konversationellen Zugang zum Wissen: Skalierbar vom einzelnen Projekt bis zur gesamten Organisation, technologieagnostisch und vollständig On-Premises betreibbar.
Neben den eigenen Vorträgen blieb Zeit für den Austausch mit Teilnehmenden, Partnern und HCL-Verantwortlichen. Auch das Abendprogramm des zweiten Konferenztages mit einer Führung durch die Innenstadt und einem fantastischen Blick über Würzburg beim Dinner im Nikolaushof schufen Eindrücke, die in Erinnerung bleiben werden.
Der dritte Konferenztag schloss mit der traditionellen „Ask HCL“-Session und einem kurzen Schlusswort. Die Kombination aus einer modernen Konferenz-Location mitten in Würzburg, einem inhaltlich vielseitigen Programm mit klarem Schwerpunkt auf digitaler Souveränität und KI sowie einer engagierten Community aus Anwendern, Entwicklern und Anbietern sorgte auch 2026 für einen erkenntnisreichen Austausch und eine rundum gelungene Konferenz.






